Geschichte

Die Bargumer Mühle "Aeolus" wurde im Jahre 1887 erbaut, nachdem die Vorgängermühle durch einen Brand 1886 vernichtet wurde. Ihren Namen erhielt sie nach dem griechischen Gott des Windes. 1592 wurde erstmals eine Bockwindmühle schriftlich erwähnt.1692 wurde sie laut alter Unterlagen vom Amt Flensburg abgekauft. 1799 wird dann ein Erdholländer erwähnt. Mit königlicher Genehmigung durfte die viereckige Mühle durch eine achteckige ersetzt werden. Scheinbar ist dieser Umbau aber erst 1812 vorgenommen worden. Diese Mühle hatte eine Reeteindeckung und einen Steert.
Der Erdholländer brannte im Jahre 1886 nieder.
1886 brannte diese jedoch nieder und schon ein Jahr später entstand der heutige Galerieholländer mit zweigeschossigen Unterbau. Von der Galerie/Rundgang aus konnte der Müller Reparaturarbeiten sowie über Seile und Ketten die Jalousien der Flügel (Windklappen) und die Bremse betätigen. Außerdem wurde eine Windrose installiert die den Kopf fortan immer gegen den Wind ausrichtete. Die Dacheindeckung der Mühle bestand seinerzeit aus profilierten Blechschindeln.

1908 wurde ein Saugasmotor installiert und die Mühle entsprechend umgerüstet und somit konnte auch Wind unabhängig gemahlen werden. Beschäftigt waren in der Regel vier bis fünf Mann, davon zwei Lehrlinge, meistens Müllersöhne aus der näheren Umgebung.
Wirtschaftlich ging es dem Mühlenbetrieb gut, zu Beginn des Ersten Weltkrieges jedoch kam das Geschäft fast völlig zum Erliegen. Als sich zeigte, dass ein "Blitzkrieg" an den Fronten nicht zu erreichen war und wieder mehr Nahrungsmittel benötigt wurden, musste oftmals Tag und Nacht an der Graupen- und Grützherstellung gearbeitet werden. Eine neue Krise kam mit der Inflation 1923. In den dreißiger Jahren gab Müller Sönksen den Betrieb an einen früheren Lehrling ab. 1950 übernahm Sönksens Sohn, Johannes die Mühle die er bis 1960 betrieb. [aus Thomas Steensen, "Die letzten Mühlen der nordfriesischen Geest", 1978].

Im Oktober 1975 wurde die Mühle versteigert. Inzwischen war der Mühlenrumpf und die beiden Mahlwerke unter Denkmalschutz gestellt worden. Den Zuschlag erhielt der heutige Besitzer, Thomas Carstensen, der in den folgenden Jahren laufend Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt hat. So entstand u.a. eine neue Galerie, auch die Anbauten und die Eindeckung wurden von Grund auf saniert.

1998 wurde das Flügelkreuz und die Windrose erneuert - die alten Flügel waren bereits 1949 entfernt worden. Heute ist die Mühle mit ihren drehbaren Flügeln wieder ein repräsentativer Bau mit zwei Mahlwerken (für Roggen und Weizen), Sichtern, Reinigung, Walzenstühlen, einem alten E-Motor, Transmission, Königswelle und sonstigen Gerätschaften.

Im Herbst 2005 gingen wir zusammen mit dem Mühlenverein das Pilotprojekt „Stromerzeugung in einer historischen Windmühle“ an.

Dem gingen viele Überlegungen und Recherchen einer Arbeitsgruppe des Mühlenvereins voran. Mit den richtigen Leuten bei der Planung und Umsetzung konnten wir die erzielten Resultate erreichen und nun über einen Generator Strom für Heizzwecke erzeugen. Siehe dazu ausführlich unter „Pilotanlage“.

Der Sturm Christian am 28.10.2013 war so heftig, das die zusätzliche Sturmsicherung aus der Verankerung gerissen wurde.

Die Bremse allein hielt dann den enormen Winddruck nicht mehr, die Mühle drehte und lief dabei heiß. Nachdem schon Funkenflug und Rauchschwaden durch den Mühlenkopf zogen, versuchten wir durch mehr Druck auf die Bremse die Flügel zum Halten zu bringen. Dabei platzte die gesamte Bremsbacke auseinander.

Nur durch beherztes Eingreifen tatkräftiger Helfer aus der Nachbarschaft und der Feuerwehr, konnte die Mühle gerettet werden.

Reparatur und Instandhaltung erfolgte im Sommer 2014. Wir haben jetzt wieder Vertrauen in die überarbeitete Technik und hoffen auf ruhigere Jahre.